Ich bin traurig! Und manchmal ist das gut.

Hallo Leute!

Nach langer Zeit schreibe ich Euch mal wieder. Das es so lange Zeit so ruhig war hat einen Grund. Ich befinde mich zur Zeit in einer wirklich schlimmen traurigen Phase. Das ist auch der Grund warum es heute um das Thema Traurigkeit gehen soll. Was mich in diese schlimme Traurigkeit gebracht hat werde ich Euch in Kürze erzählen. Also zum eigentlichen Thema.

Traurig zu sein kann ganz schön anstrengend sein, da sind wir uns einig. Manchmal wissen wir sogar gar nicht so recht, wieso wir uns schon wieder so traurig fühlen müssen. Das raubt uns eine Menge Energie und Lebensfreude. Ein wahrer Kraftakt. Am liebesten wollen wir einfach nicht mehr traurig sein. Doch auch Du hast sicherlich schon gemerkt: Je mehr wir gegen diese Traurigkeit kämpfen, desto hartnäckiger ist sie – und desto mehr Angst bekommen wir vor ihr.

Daher werde ich Dir in diesem Artikel Wege zeigen, wie Du bewusst mit Deiner Traurigkeit umgehst

Wieso es gut ist, traurig zu sein!

Es gibt hunderte Gründe, wieso wir traurig sind. Wir wurden verlassen, jemand hat etwas respektloses zu uns gesagt oder wir haben eine Reportage über Hungersnöte und Krieg auf dieser Welt gesehen. Oft kennen wir den wahren Grund unser Traurigkeit gar nicht so genau, wir sind es einfach. Zu allererst: Traurigkeit hat ihren Sinn und hilft uns, mit Situationen besser umzugehen. Lasse daher Deiner Traurigkeit freien Lauf, wenn es sein muss. Da ist nichts bei. Wenn Du jedoch immer wieder scheinbar grundlos in diese Emotionen fällst, dann gilt es Deinen Umgang mit diesem Gefühl zu verändern.

Wenn Du das Gefühl haben solltest, keinen Ausweg mehr aus diesen Gefühlen zu finden, dann nimm Dir professionelle Hilfe. Du könntest unter eine Depression leiden.

Lebe deine Traurigkeit voll aus!

Ich weiß, Du möchtest Deine Traurigkeit loswerden. Doch auch wenn es paradox klingt ist der schnellste Weg dahin, eine gute Beziehung zu diesem Gefühl aufzubauen. Es hat seinen Sinn und möchte gehört werden. Oft sind wir traurig und unsere erste Reaktion darauf ist Widerstand. Das Gefühl fühlt sich unangenehm an und wir wollen es verändern oder sogar komplett loswerden. Doch hier liegt genau der Grund, wieso wir unter unserer Traurigkeit leiden.
Nicht das Gefühl an sich macht die Traurigkeit schwer auszuhalten, sondern unser Widerstand gegen das, was gerade ist. Ehre daher das Gefühl. Erlaube ihm, bei Dir zu sein. Nur für einen kurzen Moment. Tauche einmal voll ein. Nimm Dir Zeit nur für Dich und für Dein Gefühl.

Wenn Du richtig All-In gehen willst, dann lass Dir eine heiße Badewanne ein und gib Dich dieser Traurigkeit mal so richtig hin. Mache Dir traurige Musik an und wer weiß – vielleicht kannst Du das Gefühl sogar auf eine gewisse Weise genießen.

Traurigkeit und Selbstmitleid!

Wichtig dabei ist, das Gefühl zu fühlen und präsent mit ihm zu sein, aber nicht in Selbstmitleid zu verfallen. Selbstmitleid fühlen wir, wenn wir uns als Opfer unserer Gefühle wahrnehmen und gleichzeitig keinen Ausweg in Sicht ist.
Wir wollen anders vorgehen. Wir wollen das Gefühl voll spüren. Gleichzeitig wollen wir bewusst bleiben, anstatt von dem Gefühl verschluckt zu werden.

“Hier bin ich – da ist das Gefühl.”

Wenn Du lernst, voll in Gefühle einzutauchen und sie sogar zu genießen, dabei aber stets präsent zu sein, dann gibt es keinen Grund mehr für Selbstmitleid.
Dann wirst Du merken, dass ein Gefühl zu Dir kommt, Du es wahrnehmen kannst, und es dann auch wieder geht.

Was Deine Traurigkeit mit einer Kaffeetasse gemeinsam hat? Letztendlich ist ein Gefühl nichts weiter als ein weiteres Objekt in Deiner Wahrnehmung. Es unterscheidet sich nicht von der Kaffeetasse und dem Bild an der Wand. Beides nimmst du wahr.

Dem Gefühl allerdings gibst Du extrem viel Aufmerksamkeit und leistest Widerstand, während Du die anderen Objekte einfach sein lässt (wahrscheinlich, weil dieses Objekt in dir ist). Das ist der große Unterschied und auch der Grund, wieso wir unter Gefühlen leiden.

Verurteile dich nicht dafür, dass du traurig bist

Gerade wenn sie scheinbar grundlos traurig sind, verurteilen sich viele Menschen dafür.
“Was stimmt nicht mit mir, dass ich mich immer so fühlen muss?”
“Ich hasse mich und dieses Gefühl und will, dass es weggeht!”
“Ich habe schon so viel geändert und versucht – doch immer kommt dieses verdammte Gefühl wieder.”
Zu allererst: Ich kann diese Reaktion sehr gut verstehen. Wer will schon traurig sein? Doch so gießen wir nur noch unnötig Öl ins Feuer. Wir werden obendrein noch wütend oder es schleicht sich eine Hoffnungslosigkeit ein.

Was Du tun kannst: Erlaube Dir nur für einen kurzen Moment, das zu fühlen, was Du gerade fühlst. Lasse den Widerstand gegen Dich los und lasse Dich so sein, wie Du bist – mit oder ohne diesem Gefühl. Zur Unterstützung kannst Du dir selbst die Frage stellen: “Könnte ich für einen Moment den Wunsch loszulassen, irgendetwas an mir zu verändern?”

Akzeptiere die Traurigkeit

Wenn Du den Widerstand losgelassen hast, kommt Akzeptanz fast automatisch. Lasse jetzt einfach alles da sein, was gerade da ist und hilf dem Gefühl so, weiterziehen zu können. Viel zu oft kämpfen wir gegen unsere Gefühle an. Wir wollen sie “wegmachen”. Doch genau das führt dazu, dass die Gefühle bei uns bleiben. Wir halten an ihnen fest, anstatt sie gehen zu lassen. Lerne also, nichts mit Deinen Gefühlen machen zu wollen.

Was Du jetzt tun kannst: Erlaube der Traurigkeit so zu sein, wie sie ist. Akzeptiere alles, was gerade da ist. Gehe dazu auf die Ebene des direkten Fühlens. Richte deinen Fokus nach Innen. Schaue, was Du in diesem Moment jetzt gerade wahrnimmst. In welchem Bereich Deines Körpers nimmst Du es wahr? Erlaube jeder Wahrnehnung genau so zu sein, wie sie gerade ist. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass ein Gefühl normalerweise für 90 Sekunden bei uns ist, dann zieht es weiter. Das ist der normale Zyklus. Doch wir halten an den Gefühlen fest und sorgen so gegen unseren Willen dafür, sie dass stundenlang bei uns bleiben.

 

Natürlich möchte wie am Anfang gesagt keiner von uns dieses Gefühl der Traurigkeit haben, aber es gehört zu uns und es ist wichtig einfach mal traurig zu sein und dies auch in seiner gewohnten Umgebung einfach ausleben zu dürfen, zu können und zu akzeptieren.

Bunte und dunkle Grüße.