Haarige Gesellschaft

Hallo ihr Lieben,

Heute möchte ich Euch ein bisschen was zu meinen ersten Hund, von den zweien die wir haben, erzählen. Wie es dazu kam das ich mir zwei Hunde zugelegt habe und warum ich mich ausgerechnet für diese beiden Mäuse entschieden habe. Unser erster Hund ist eine Labrador-Podenco-Mischlingshündin und der zweite ist ein Chihuahua Rüde. Also zur Geschichte unserer Hündin..

2016 ging es mir sehr lange schlecht da ich in einer depressiven Phase feststeckte. Ich musste meine angefangene Ausbildung zur Krankenpflegerin abbrechen die mir unheimlich viel Spaß bereitet hat. Im Laufe des Schuljahres fiel es mir immer schwerer jeden morgen aufzustehen, ich konnte mich selbst zu den einfachsten Dingen nicht mehr motivieren, Nachts bin ich absolut erschöpft gewesen und mein Hirn hat mich nicht mehr zur Ruhe kommen lassen. Ich hab ständig irgendwelche Gedanken im Kopf gehabt die für jeden anderen gesunden Menschen eigentlich total irrelevant und belanglos gewesen wären. Es dauerte natürlich nicht lange da kamen schon die ersten Panikattacken und Selbstverletzungsgedanken auf.

Also was blieb mir anderes übrig ich bin zum Arzt gegangen und hab Hilfe in Anspruch genommen. Für Außenstehende mag sich das vielleicht merkwürdig anhören oder lesen aber es fällt Menschen, die einen schweren depressiven Schub haben und oder wie ich Borderliner sind, extrem schwer überhaupt Hilfe anzunehmen (egal von wem sie auch kommen mag) oder jemanden zu vertrauen der einem helfen will oder kann. Jedenfalls wirkten die verschriebenen Medikamente meines Hausarztes am Anfang auch echt prima, leider nur am Anfang, aber umso länger ich sie nahm umso schlechter ging es mir wieder. Gedanken wurden zu Tatsachen und meine Arme waren von Narben übersäht. In dieser Zeit hatte ich furchtbare und erschreckende Gedanken, keinen Lebenswillen mehr und auf nichts mehr Lust.

Mein Partner hat das natürlich nicht mit ansehen können. Er kam zu mir und sagte: ,,Liebling du brauchst eine Aufgabe und einen Lebensinhalt! Wir holen uns einen Hund! Einen Seelentröster, einen Freund und Kameraden für`s Leben, jemanden der seine tägliche Routine benötigt, jemanden für den ich mich aufraffen muss, der seine Bedürfnisse erfüllt bekommen muss. Wir haben uns kurz über die Vor- und Nachteile unterhalten, über die Verantwortung und schon ging die wilde Suche los. Wir sind von einem Tierheim ins andere gefahren aber irgendwie war für uns bzw. für mich nichts passendes dabei. Ich war natürlich anfangs extrem enttäuscht blieb aber trotzdem motiviert und freute mich darauf einem Tierheimhund ein wundervolles neues Zuhause geben zu können.

Nach dem wir lange kein Glück bei der Suche hatten sind wir eines Nachmittags in unser örtliches Tierheim gefahren, völlig ahnungslos wie eine Adoption überhaupt abläuft, um auch dort nach einem eventuell ,,passenden“ Hund zu schauen. Wir spazierten auf den Hof, mein Mann der ein Stück größer ist als ich, vorne weg und dann passierte es. Zuerst huschte in unserem Augenwinkel etwas vorbei (man konnte nicht einmal erkennen das es ein Hund war). Ich bekam nur mit das es was sehr helles war. Mein Mann fragte den Chef des Tierheimes was dies denn gewesen ist. Der Chef lachte und sagte zu ihm: ,,Das ist unser jüngster Neuzugang. Sie ist erst vor knapp einer Woche zu uns gekommen. Sie kommt aus einer Beschlagnahmung. Sie kommt laut Papieren wohl aus Russland und war wohl ,,ein Geschenk“. Er rief die kleine Maus mit lauter Stimme: ,,Leya“!“. Und was soll ich Euch sagen da lief auf einmal ein kleiner blonder Frechdachs auf uns zu, kaute meinem Mann an den Schnürsenkeln rum, legte sich auf seinen Schuh und wir haben uns sofort verliebt. Als ich mich zu der kleinen Fellnase auf den Boden setzte wurde ich gleich mit ganz viel Sabber und Liebe überhäuft für uns stand fest Sie wird es!

Der Chef des Tierheimes nahm uns drei mit in sein Büro um uns den gesamten Ablauf der Verfahrens und die ganzen Formalitäten, die es bei so einer Tierheimadoption mit sich bringt, zu erklären. Er teilte uns mit das die kleine Maus noch Tierärztlich untersucht werden muss, das es noch einer Entwurmung und Impfung bedürfte und wann dies alles erfolgen soll. Wir machten also alle Papiere und den Schutzvertrag, zu unserem neuen Familienmitglied, soweit es ging fertig und spielten noch im Anschluss auf dem Hof des Tierheimes mit der kleinen Maus bis zum Ende der Öffnungszeiten. Die folgenden Tage waren wir jeden Tag bei ihr um die Gewöhnung an uns zu erleichtern. Wir spielten, gingen Gassirunden und durften sie füttern. Mit vielen Leckerlies gewöhnten wir sie an ihren neuen Namen.

Und dann war er da! Der große Tag! Wir durften unser neustes Familienmitglied nach Hause holen. In der Nacht davor machte ich, vor lauter Aufregung, kein Auge zu. Ich hatte Schweißnasse Hände. Habe alles doppelt und dreifach gecheckt. War wirklich alles da was sie braucht? Genug Futter? Genug Spielzeug? Schlafplätze? Leine? Geschirr? Ich machte meinen Mann wahnsinnig. Und dann stand sie vor uns! Sie bekam ihr neues Halsband und ihr Geschirr um kam wie selbstverständlich mit uns mit zum Auto. Wir fuhren direkt zu unserem Tierarzt um sie nochmals untersuchen zu lassen und sicher zu gehen das alles in Ordnung mit ihr ist. Zum Glück war es das.

Und ab da stand unser Leben mit unserer Elli auf dem Kopf. Wie es weiter ging lest Ihr vielleicht morgen schon.

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