Für alle Fälle Elli oder ein Fell für sich!

He Leute. Gestern hab ich Euch erzählt wie wir zu unserer Hündin Elli gekommen sind. Heute möchte ich Euch unsere Geschichte erzählen, wie die ersten Nächte waren, wie Elli eine Bindung zu uns aufgebaut hat und vieles mehr. Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim lesen !

Vorne weg will ich euch erzählen wie es ein Hund geschafft hat mit nicht einmal vier Monaten ins Tierheim zu kommen. Nach dem Elli bei uns eingezogen war stellten mein Mann und ich Nachforschungen zu der Vorgeschichte unseres Hundes an. Da mein Mann über sehr gute Kontakte in viele verschiedene Bereiche verfügt bekamen wir heraus das sie in Russland zur Welt kam. Von da aus wurde sie, natürlich viel zu zeitig von der Mutter getrennt, illegal nach Deutschland geschmuggelt. Hier wurde sie als ,,Geschenk“ an einen jungen Mann verschenkt der aber schon nach wenigen Tagen keine Lust mehr auf sein ,,Geschenk“ hatte und sich nicht mehr darum kümmerte. Elli oder wie sie früher hieß Leya wurde von ihrem Besitzer(eigentlich müsste man Peiniger sagen) geschlagen, nicht gefüttert, auf ihr wurden Zigaretten ausgedrückt und vielleicht noch schlimmeres. Ihre Vorgeschichte ist im übrigen auch einer der Gründe warum ich mich dem Tierschutz verschrieben habe. Aber dies erkläre ich euch demnächst.

Zum Glück gab es in der Nachbarschaft des jungen Mannes sehr aufmerksame und anständige Menschen die dieses Elend mitbekamen und handelten. Elli oder damals Leya wurde aus diesen wirklich miserablen Verhältnissen gerettet und kam als Beschlagnahme in die Obhut unseres örtlichen Tierheimes wo wir sie zum Glück entdeckten und zu uns nahmen.

Nun zu ihrer Geschichte bei uns. Nachdem wir, vom Tierheim, zu Hause angekommen sind hat sich unser Schützling als erstes verkrochen, sie schaute uns kurz an und zack weg war sie. Egal wie wir uns bemühten sie vermied einfach unsere Anwesenheit und Nähe. Dies ging über Tage so. Es war als wäre sie ein anderer Hund als der den wir im Tierheim kennen gelernt haben. Es war ein Kampf sie dazu zu bewegen Gassi zu gehen, sie zu füttern, zu streicheln oder ähnliches. Aber Dank der Recherchen meines Mannes zur Vorgeschichte war es uns klar das es einfach seine Zeit brauchen würde da ihr Grundvertrauen in die Menschen einfach nicht mehr da war.

Aber mit viel Geduld, Zeit, Liebe und Tonnen an Leckerlies kam irgendwann der Tag an dem wir sie berühren konnten. Sie fing an uns langsam zu vertrauen. Es entwickelte sich. Sie nahm Futter aus unserer Hand, sie ließ sich berühren und streicheln, sie fing langsam an mit uns zu spielen. Aber für Leute die sich vielleicht nicht so auskennen ich kann euch sagen das für die Erziehung eines Angsthundes kein Patentrezept vorliegt. Jeder Hinweis oder Rat egal von wem funktioniert maximal zu 50% wenn überhaupt und da Elli dazu noch unser erster Hund war hatten wir auch absolut keine Erfahrungswerte.

Aber es war wie mein Mann es sagte und ich es gestern schon schrieb, es war eine Aufgabe für mich die mich ausfüllte und dies bis heute tut. In der Welpen bzw. Junghundphase gab es kaum einen Tag an dem ich in einen negativen Strudel meiner Depression oder meiner Borderlineerkrankung kam oder kommen konnte. Elli war ein Fulltimejob! Sie hatte Angst vor Rasen, Wind, Regen, dem rascheln von Laub im Wind, vor Mülltonnen und Leichtstoffsäcken, vor jeder Art von anderen Tieren und noch soviel mehr. Es war für mich kaum vorstellbar sie jemals Stubenrein oder erzogen zu bekommen. Es war ein Kampf! Aber irgendwann begriffen wir das wir ihr einfach die Zeit und den Raum geben mussten. Wir beschlossen das wir sie entscheiden ließen wann sie was machen wollte. Wollte sie sich nicht mehr anleinen lassen dann blieben wir halt am Feldrand sitzen bis sie es zuließ, wollte sie nicht alleine bleiben so musste halt einer von da sein.

Und was soll ich euch sagen. Das erste mal brach das Eis so richtig als wir aufhörten sie aus unserem Schlafzimmer ,,zu verbannen“. Von da an merkten wir das es ihr gut tat. Sie fing an sich zu öffnen. Sie fing an sich zu verhalten wie es für einen Junghund ihres damaligen Alters völlig normal war. Sie kaute Sachen oder Socken kaputt, versteckte Dinge von uns oder wie mein Mann es immer sagte:,, Die hat nur bunte Knete im Kopf“. Im übrigen schläft sie bis zum heutigen Tag bei uns im Bett.

Auf Grund ihrer Unterversorgung mit Futter als Welpe ist Elli, was das Futter betrifft, ein Fall für sich. Ich weiß schon gar nicht mehr was wir alles probierten. Von Nassfutter (jeglicher Sorten und Hersteller), über Trockenfutter (Wooof liebt sie dennoch am meisten) (für alle die es mal probieren möchten den Link findet Ihr hier und nochmal am Ende), frisch gekochtes und was weiß ich. Selbst heute müssen wir noch manchmal die Sorte wechseln da Elli nach ein paar Wochen mal wieder etwas Neues möchte ;). Einen wahnsinnigen Entwicklungssprung machte Elli im letzten Jahr bei unserem Ostseeurlaub. Bis zu diesem Tag war es für sie der absolute Stress Auto zu fahren aber bei diesem Urlaub gab es keine andere Möglichkeit für sie außer die Autofahrt über sich ergehen zu lassen. Sie tat dies mit Bravour! Sie genoss es am Ende sogar und fährt mittlerweile wirklich gerne Auto und dies ohne Stress. Der Urlaub war wunderbar.

Aber wir merkten auch das Elli nicht komplett war. Das ihr eine Aufgabe fehlte und so entschlossen wir uns das sie einen Kameraden braucht der ihre Sprache spricht und versteht. Und so kam es wie es kommen musste. Nach langer Suche nach dem perfekten Geschwisterchen zog Anfang August der kleine Nacho ein. Nacho ist ein Chihuahua Rüde und es klappt einfach perfekt. Sie behandelt ihn wie ihr eigenes Kind und man merkt das es ihr Lebensinhalt geworden ist. Sie lernen voneinander und da Nacho aus einer ordentlichen Zucht stammt und sozialisiert zu uns kam lernt Elli selbst von ihm das die Welt der Menschen nicht immer schlecht sein muss und das man viel entdecken kann.

Zum Schluss muss ich einfach sagen das Elli mir bis heute extrem viel Antrieb, Kraft, Selbstbewusstsein und Motivation gibt. Ich bin ihr so extrem dankbar für alles was sie für mich getan hat.

Elli ich liebe Dich.



Den Link zu Wooof findet Ihr hier. Vielen Dank an der Stelle an Wooof!

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